Neu-Tegel: Exerzitien im Alltag

31
MäR

Datum Sonntag, 31. März 2019 18:00 Uhr
Ort
Neu-Tegel: Gemeindezentrum, Tile-Brügge-Weg 49-53, 13509 Berlin, Deutschland

Den Glauben im Alltag leben, zu geistlicher Besinnung kommen mitten im Stress des Lebens, das ist nicht so einfach.

Hilfreich können dabei die »Exerzitien im Alltag« sein. Kleine Hilfen zur täglichen Besinnung erhalten die Teilnehmer bei fünf wöchentlichen Treffen in der Passionszeit von Aschermittwoch bis Ostern. Auf mehrfachen Wunsch wird uns in diesem Jahr wieder der Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi durch die Exerzitien in der Passionszeit geleiten.

Gott ist auf der Suche nach den Menschen. Gott ergreift die Initiative. Wenn Exerzitien oder geistliche Übungen, wenn Gebete und Meditationen als wenig fruchtbar erlebt werden, dann meist deshalb, weil der Mensch zu viel getan hat. Man sollte erst gar nicht versuchen, die Zeit der Exerzitien »produktiv« zu machen.

Im neuen Bund schreibt Gott nicht mehr auf steinerne Tafeln sondern in Herzen aus Fleisch. Dies könnte jedoch viel schwieriger sein: mein Herz öffnen und stillhalten, damit er seine Worte, seine Botschaft in mein Herz schreiben kann. Mein Herz öffnen. Beten heißt immer: mit offenem Herzen mit offenen Händen vor Gott sein.

Die Wüstenväter vergleichen das Beten mit Hunden, die einem Hasen nachjagen. Ein Hund hat den Hasen gesehen. Er bellt furchtbar und jagt dem Hasen nach. Andere Hunde hören das Gebell und rennen hinterher. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem all jene Hunde aufgeben, die nur das Gebell gehört haben. Nur die, die wirklich den Hasen gesehen haben, laufen weiter. Das ist ein gutes Bild für das Gebet. Wer betet, weil er das Gebell gehört, aber nichts gesehen hat, der hält nicht durch. Viele Menschen leben nur vom Gebell des Gebells des Gebells, und auf Dauer reicht das nicht.

Die unmittelbare Gotteserfahrung kann ich nicht hervorbringen, sie muss mir geschenkt werden. Das kann bei den »Exerzitien im Alltag« erfahren werden.


(Foto: Angela Monika Arnold | Wikimedia)